24.09.2026 - Führungsgruppe Unterkreis Bretten-Ost übt Einsatzführung bei Zugunglück
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- Veröffentlicht: Donnerstag, 24. September 2026 22:43
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Unterkreis Bretten-Ost. Am Donnerstag, 24. September 2026, führte die Führungsgruppe Unterkreis Bretten-Ost (FüGr Uk BT-Ost) einen umfangreicheren Übungsdienst zum Thema „Massenanfall von Verletzten (MANV) / Zugunglück“ durch. Im Mittelpunkt der von 19 bis 22 Uhr dauernden Übung stand der Aufbau und Betrieb der Führungsgruppe sowie die Unterstützung des Einsatzleiters bei der Bewältigung einer komplexen Schadenslage.
Die Führungsgruppe Unterkreis Bretten-Ost setzt sich aus Führungskräften und Führungsunterstützungskräften der Feuerwehren Kürnbach, Oberderdingen, Sulzfeld und Zaisenhausen zusammen. Bei größeren und besonders komplexen Einsatzlagen unterstützt die Führungsgruppe die örtliche Einsatzleitung bei der Lageführung, Dokumentation, Kommunikation und Koordination der Einsatzmaßnahmen.
Übungsannahme: Zugunglück auf der Schnellfahrstrecke
Als Übungsszenario wurde ein schwerer Unfall auf der Schnellfahrstrecke Stuttgart–Mannheim im Bereich des Wilfenbergtunnels angenommen. Ein ICE war entgleist. Zwei Wagen waren umgekippt, der Triebwagen lag ebenfalls umgekippt neben den Gleisen und rauchte. Rund 20 Personen befanden sich außerhalb des Zuges auf den Gleisen, mehr als 50 Personen waren noch im Zug. Außerdem wurden etwa zehn Verletzte angenommen.
Eine besondere Gefahrenlage stellte die weiterhin unter Spannung stehende Oberleitung dar. Damit waren neben der Rettung und Versorgung der Betroffenen auch die Gefahren durch elektrischen Strom sowie die Brand- und Einsatzstellenabsicherung zu berücksichtigen.
Das angenommene Einsatzgeschehen wurde für die Führungsgruppe in mehrere Einsatzabschnitte gegliedert:
- Abschnitt 1: Brandbekämpfung am Triebwagen
- Abschnitt 2: Technische Rettung
- Abschnitt 3: Betreuung und Abarbeitung der Lage im unbeschädigten Zug
Führung und Lageübersicht im Mittelpunkt
Ein wesentlicher Schwerpunkt der Übung lag auf dem Aufbau und Betrieb der Führungsgruppe. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten die eingehenden Informationen erfassen, bewerten und für die Einsatzleitung übersichtlich aufbereiten. Dazu gehörten unter anderem die Lageerkundung und -darstellung, die Dokumentation des Einsatzgeschehens, die Führung der Einsatzabschnitte sowie die Koordination der eingesetzten Kräfte.
Geübt wurden dabei auch die unterschiedlichen Aufgaben und Tätigkeiten innerhalb der Führungsgruppe. Neben dem Leiter der Führungsgruppe wurden unter anderem die Funktionen Führungshelfer, Führer von Einsatztagebuch, Lagekarte und Kräfteübersicht, Funker des Einsatzleitwagens sowie die Aufgaben im Bereitstellungsraum besetzt und praktisch trainiert.
Aus den eingehenden Meldungen musste fortlaufend eine möglichst aktuelle Lageübersicht erstellt werden. Gleichzeitig galt es, Informationen gezielt einzuholen – beispielsweise zu Triebwagendaten, Anzahl der Fahrgäste, Verletztenzahlen und der Situation in den einzelnen Zugteilen.
Gefahren erkennen und Maßnahmen koordinieren
Besonderes Augenmerk lag auf dem Erkennen und Bewerten der verschiedenen Gefahren. Neben dem Brandgeschehen und den verletzten Personen stellte insbesondere die unter Spannung stehende Oberleitung eine erhebliche Gefahr dar. Daraus mussten entsprechende Maßnahmen abgeleitet und koordiniert werden.
Zu den angenommenen Maßnahmen gehörten unter anderem die Evakuierung des Zuges, die Sicherstellung des Brandschutzes, die Erstversorgung der Verletzten sowie die technische Rettung eingeschlossener oder betroffener Personen.
Auch die weitere rettungsdienstliche Versorgung wurde in das Übungsszenario eingebunden. Die Führungsgruppe beschäftigte sich mit der Festlegung und Einrichtung eines Verletztensammelplatzes sowie geeigneter Übergabepunkte für die weitere Versorgung und den Abtransport der Verletzten.
Zusammenarbeit mit weiteren Stellen
Bei einem größeren Zugunglück ist eine enge Zusammenarbeit verschiedener Organisationen und Fachstellen erforderlich. Entsprechend wurden im Rahmen der Übung auch die erforderlichen Kommunikations- und Abstimmungswege betrachtet.
Geübt wurde die Zusammenarbeit beziehungsweise Kommunikation mit weiteren beteiligten Stellen wie dem DB-Notfallmanager, dem Leitenden Notarzt (LNA), dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst (OrgL) sowie Bundes- und Landespolizei. Ebenso wurde die Kommunikation mit der Integrierten Leitstelle und die erforderliche Nachforderung weiterer Einsatzkräfte thematisiert.
Ein weiterer Bestandteil war die Planung der Wasserversorgung und eines möglichen Pendelverkehrs, einschließlich der Festlegung einer geeigneten Route für einen Rundverkehr.
Besuch des Roten Kreuzes
Als Gäste konnten außerdem zwei Einsatzkräfte des Deutschen Roten Kreuzes vom Ortsverein Oberderdingen begrüßt werden. Sie nutzten die Gelegenheit, mit ihrem neuen Kommandowagen/Einsatzleitwagen (KdoW/ELW) des Bevölkerungsschutzes bei der Übung zuzuschauen, die Arbeitsweise der Führungsgruppe kennenzulernen und erste Einblicke in die Zusammenarbeit bei größeren Einsatzlagen zu gewinnen.
Insgesamt nahmen rund 22 Einsatzkräfte an dem dreistündigen Übungsdienst teil. Durch das realitätsnahe Szenario konnten die verschiedenen Aufgaben innerhalb der Führungsgruppe, die Zusammenarbeit der beteiligten Feuerwehren und die Koordination einer komplexen Einsatzlage intensiv trainiert werden.
Die Übung zeigte dabei einmal mehr, wie wichtig eine strukturierte Einsatzführung, eine laufend aktualisierte Lageübersicht, klare Kommunikationswege und eine gute Zusammenarbeit aller beteiligten Einsatzorganisationen bei größeren Schadenslagen sind.
Nach erfolgreichem Übungsabschluss gab es im Anschluss im Feuerwehrhaus noch einen kleinen Imbiss und etwas zum Trinken.
Herzlichen Dank dem Organisationsteam und allen Teilnehmenden für ihr Engagement und die bewährt gute, interkommunale Zusammenarbeit!
Fotos: M. Weisert (Feuerwehr Oberderdingen)














