Am Montagabend, 29. Juni 2026, führte die Feuerwehrabteilung Großvillars ihre diesjährige Jahreshauptübung durch. Unterstützt wurde sie dabei von der Feuerwehr Knittlingen, Abteilung Knittlingen, sowie der Abteilung Oberderdingen, die jeweils ein weiteres Löschfahrzeug und den Einsatzleitwagen (ELW) zur Verfügung stellten. Insgesamt waren rund 35 Einsatzkräfte mit fünf Fahrzeugen an der Übung beteiligt.
Als Übungsobjekt diente die Kfz-Meisterwerkstatt von Jörg Felsinger in der Arnaudstraße in Großvillars. Angenommen wurde ein Brandereignis nach einer Verpuffung bei Schweißarbeiten an einem Pkw. Infolge der Explosion war der hintere Bereich der Werkstatthalle stark verraucht. Zudem galten drei Personen im Erdgeschoss beziehungsweise im Pausenraum im ersten Obergeschoss als vermisst. Eine zusätzliche Gefahr ging von mehreren Propan- und Acetylengasflaschen aus, die sich im unmittelbaren Gefahrenbereich befanden.
Nach dem Eintreffen der ersten Kräfte erfolgte zunächst die strukturierte Erkundung und Lagefeststellung. Dabei stand insbesondere die Übergabe der Einsatzlage vom Staffelführer des ersten Fahrzeugs an den Einsatzleiter im Fokus. Parallel dazu wurden umgehend Maßnahmen zur Menschenrettung und Brandbekämpfung eingeleitet.
Insgesamt gingen sechs Atemschutztrupps zur Personensuche und Brandbekämpfung in das Gebäude vor oder standen als Sicherungstrupps bereit. Die vermissten Personen konnten von den eingesetzten Trupps zügig aufgefunden und ins Freie gerettet werden. Gleichzeitig wurden die gefährdeten Gasflaschen gekühlt und gesichert. Mit insgesamt drei C-Rohren erfolgte die Brandbekämpfung im Innenangriff sowie der Aufbau einer Riegelstellung zum Schutz des angrenzenden Nachbargebäudes.
Ein weiterer Schwerpunkt der Übung war der rasche Aufbau einer zuverlässigen Löschwasserversorgung aus dem Hydrantennetz, um die begrenzten Wasservorräte des zuerst eingetroffenen Fahrzeugs zu ergänzen. Zur Entrauchung der Werkstatt kam zudem ein Hochdrucklüfter zum Einsatz.
Zum Abschluss der Übung wurde zusätzlich ein Atemschutznotfall simuliert. Dabei galt ein im Innenangriff eingesetzter Atemschutzgeräteträger als bewusstlos und musste von einem bereitstehenden Sicherungstrupp gerettet werden. Die Einsatzkräfte reagierten schnell und koordiniert, sodass die Rettung des verunfallten Truppmitglieds zügig und erfolgreich durchgeführt werden konnte. Auch dieses Szenario verdeutlichte die Bedeutung regelmäßiger Ausbildung und Übung im Bereich der Atemschutznotfallrettung.
Im Anschluss fand direkt an der Einsatzstelle eine Nachbesprechung statt. Dabei wurde die Übung insgesamt als gelungen bewertet. Neben vielen positiven Erkenntnissen wurden auch einzelne Punkte identifiziert, die künftig weiter verbessert und trainiert werden sollen.
Ein herzlicher Dank gilt der Firma Jörg Felsinger Kfz-Meisterwerkstatt für die Bereitstellung des Übungsobjekts, den Übungsplanern für die Vorbereitung sowie allen Einsatzkräften für ihre engagierte Teilnahme bei hochsommerlichen Temperaturen. Den Abschluss des Übungsabends bildete ein gemeinsamer Imbiss im Feuerwehrhaus Großvillars, bei dem die Kameradschaft und der Austausch nicht zu kurz kamen.
Fotos: F. da Silva, MW (Feuerwehr Oberderdingen)